Was wirklich gesund macht

Was wirklich gesund macht

Schön, schlank und gesund sein. Viele Menschen träumen davon. Und auch im Coaching höre ich das immer wieder. Interessanterweise konnten Psychologen in Studien nachweisen, dass chronisch Kranke Ihren Glückslevel im Durchschnitt höher einschätzen, als gesunde Menschen. Durch die Erkrankung verändert sich die gesamte Wahrnehmung, man wird bescheidener und freut sich mehr über die kleinen Dinge des Lebens oder einen Augenblick der Schmerzfreiheit. Anders als die Gesunden, die ihre Gesundheit oft als zu selbstverständlich erleben und daher kaum wahrnehmen.

Hirnforschung und Neurobiologie zeigen inzwischen deutlich, dass Körper, Geist und Seele viel enger miteinander verwoben sind, als die meisten Mediziner bis heute vermuten. Es ist inzwischen bewiesen, dass innere Bilder Einfluss auf Krankheit und Heilung nehmen können und immer mehr Ärzte nutzen neben der modernen Medizin auch alternative Methoden zur Behandlung ihrer Patienten. In den USA gehört Spiritualität zum Beispiel inzwischen zur Grundausbildung eines Mediziners und in vielen Kliniken gibt es sogenannte „healing rooms“, in denen um Heilung gebetet wird. Deren Nutzung ist in den Staaten ebenso selbstverständlich, wie der Gang in die Arztpraxis. Interessant.

Perfekt um jeden Preis

Augenringe, Orangenhaut, Hakennase, Tränensäcke, Besenreiser, Hasenzähne, Segelohren, der Po und die Brüste zu groß oder zu klein, die Hüften oder Schultern zu breit oder zu schmal, der Penis zu klein oder zu groß, der Bauch zu dick, das Haare zu dünn, die Falten zu tief. Botoxspritzen, Hyaluronsäure, Nasenkorrektur, Lifting, Busen vergrößern oder verkleinern, Bauchdeckenstraffung, Fettabsaugung, die Lippen aufspritzen lassen, die Zahl der gefühlten Schönheitsmakel und die Möglichkeit ihrer Korrektur scheint grenzenlos.

Etwas am Körper zu ändern wie ein paar Kilo abnehmen oder endlich die Falten loswerden, auch davon träumen viele Menschen. Wie wir über unseren Körper denken und mit ihm umgehen, haben wir allerdings in der Kindheit gelernt. Je nachdem, wie unser Umfeld mit uns umgegangen ist, welche Aussagen wir über uns gehört und verinnerlicht haben, meinen wir heute etwas verändern zu müssen oder finden uns gut, wie wir eben sind. Leider finden die meisten Menschen sich alles andere als vollkommen. 75 Prozent der deutschen Frauen denken, sie sind zu dick, obwohl das tatsächlich nur bei 25 Prozent zutrifft.

Vor allem Frauen sind mit ihrem Aussehen überkritisch, doch die Männer ziehen nach. Laut Umfragen sind fast siebzig Prozent der Deutschen mit ihrem Körper unzufrieden. Geschätzte eine Million Deutsche lassen der Schönheit pro Jahr chirurgisch oder mit Spritzen nachhelfen, 80 Prozent davon sind Frauen. In den USA ist bei Frauen die Brustvergrößerung am beliebtesten, die häufigsten Eingriffe bei Männern sind Lidstraffung und Brustimplantate (ja, Sie haben richtig gelesen!). In Deutschland sind Fettabsaugen und Brust-OPs am beliebtesten. Außerdem steigen die Operationszahlen für Designer-Vaginas und Flip-Flop taugliche Füße.

Gelassen älter werden

Der Blick in den Spiegel zeigt irgendwann eindeutig die ersten Falten, die ersten grauen Haare und das Schwinden der Jugendlichkeit. Es wird schwierig für eine Frau ab Mitte Vierzig, wenn sie immer noch versucht auszusehen, wie Anfang 20 (und der Hals irgendwann dreißig Jahre älter ist, als das Gesicht). Es heißt, in Hollywood würde man sich bereits nach europäischen Schauspielerinnen für die reiferen Rollen umsehen, weil die meisten amerikanischen Darstellerinnen dank Botox keine Mimik mehr zeigen können. Seit der Entdeckung der Spiegelneurone ist übrigens bekannt, dass Babys ihre Emotionen dadurch lernen, Gesichtsausdrücke zu interpretieren und nachzuahmen. Was wird das wohl für Veränderungen für die Gefühlswelt künftiger Generationen geben, mit immer mehr gebotoxten Müttern und inzwischen auch Vätern?

Älter werden ist nichts für Feiglinge. Mit Mut zur Veränderung und einer ordentlichen Portion Humor und Selbstironie gelingt es allerdings, deutlich entspannter zu altern. Wenig sinnvoll ist es, ständig den jüngeren Jahren nachzutrauern. Wenn man Probleme mit dem älter werden hat, ist die Lösung nicht, jung zu bleiben, sondern zu lernen, gelassener zu altern. Lebendig sein und fünf grade sein lassen, das ist die beste Prävention gegen Faltenbildung auf der Seele, denn wahre Schönheit reift im Alter nach.

Das liebe Gewicht

Drei bis fünf Kilos abnehmen, auch davon träumen viele. Aber warum? Wird man dann glücklicher, schöner, entspannter oder wird wenigstens der Sex besser? Gesunde Ernährung und Bewegung sind super, aber muss es wirklich unbedingt „perfekt“ sein? Hängen Glück oder Unglück tatsächlich an ein paar Kilos?

Viele Frauen (und auch immer mehr Männer) haben alles ausprobiert, was der Diät-Markt hergibt. Jedes Jahr erscheinen unzählige neue Diät-Ratgeber und im Frühling finden sich in sämtlichen Frauenzeitschriften mit absoluter Zuverlässigkeit wieder die gleichen alten Tipps, um in zwei Wochen oder noch besser einem Wochenende zur Bikini-Figur zu kommen. Aber was ist eine Bikini-Figur? Die retuschierten Bilder aus den Illustrierten? Haben Sie je Paparazzi Fotos von ungeschminkten und ungestylten Models und Filmstars in Schlabberklamotten gesehen? Und warum gibt es eigentlich immer noch Umkleidekabinen mit Neonröhren?

Was wollen Sie wirklich?

Erinnern Sie sich für einen Moment an die zehn bis zwanzig Jahre Ihres Lebens.

Welche Vorstellung hatten Sie in Ihrer Kindheit und Jugend davon, wie Ihr Körper später aussehen sollte?
Weich und weiblich?
Durchtrainiert und männlich?
Wollten Sie größer, kleiner, kräftiger oder dünner sein?

Welcher ältere Mensch war in Bezug auf sein Aussehen, sein Verhalten oder seine Gesundheit in Ihrer Kindheit und Jugend Ihr Vorbild?
Und warum?

Welche Wünsche und Träume haben Sie heute für Ihren Körper?
Ein paar Kilo ab- oder zunehmen?
Die Nase, den Busen oder die Zähne richten lassen?
Einen anderen Teil Ihres Körpers verändern?

Träumen Sie davon, Ihre Gesundheit zu verbessern?
In welchem Bereich?
Wodurch?

Und wie möchten Sie altern?
Entspannt?
In Würde?
Oder am liebsten gar nicht?

Würden Sie sich gerne jede Woche eine Massage gönnen?
Oder regelmäßig ins Fitness-Studio gehen?
Oder in eine Meditationsgruppe?

Träumen Sie davon, sich endlich gesund zu ernähren?
Besser auf sich zu achten?
Oder tatsächlich doch noch mit dem Joggen anzufangen?

Sammeln Sie Ihre Gedanken und Ideen und dann treten Sie einen Schritt zurück und fragen sich, ob das alles wirklich Ihre Träume sind.
Oder ob Sie versuchen, es Ihrem Partner, der Gesellschaft oder einem übernommenen Traumbild recht zu machen.

Ganzheitlich gesund

Nehmen Sie ruhig drei Kilo ab, wenn es Sie glücklicher macht, lassen Sie sich Körbchen D machen oder die Nase richten, aber stellen Sie vorher – sich selbst zuliebe – sicher, dass Sie es vor allem tun, um sich in Ihrer Haut wohler zu fühlen.
Und nicht um anderen besser gefallen zu wollen, denn das werden Sie damit vermutlich nicht schaffen.

Man liebt Sie um Ihrer selbst und Ihrer Ausstrahlung willen und nicht wegen den fehlenden Kilos am Bauch oder den zusätzlichen Gramm im Busen.

Gesunde Ernährung, moderate Bewegung, ausreichend Schlaf, wenig Stress, gute Work-Life-Balance, nicht Rauchen und Alkohol nur in Maßen. Auch wenn das ein bisschen langweilig klingt, das funktioniert noch immer, um quasi von selbst länger jung zu bleiben und sein natürliches Gewicht zu halten.

Und man kann alleine durch Bewegung sein Glückslevel enorm steigern. Drei Mal dreißig Minuten pro Woche stramm spazieren gehen oder Rad fahren genügen (einer der Gründe, warum wir drei Hunde haben, raus bei Wind und Wetter). Das hat man selbst in der Hand. Und deutlich günstiger als der Mitgliedsbeitrag bei den Weight-Watchers oder im Fitness-Studio ist es auch.

Und wirklich ganzheitlich gesund lebt der, der in allen Bereichen seines Lebens tut, was ihm selbst und seiner Seele wirklich entspricht. Oder anders gesagt: Wer seine Berufung und seine Träume lebt und den Weg seiner Seele geht.

Take Action!

Welche Erkenntnis nehmen Sie aus diesem Artikel mit?
Wie können Sie das in Ihrem Leben umsetzen?
Was ist der erste Schritt und bis wann wollen Sie ihn getan haben?

Danke fürs Lesen!

Alles Liebe und bis bald

Angelika Gulder

P.S. Ihnen hat dieser Artikel gefallen? Sie kennen jemanden, dem er nützlich sein kann? Dann freue ich mich, wenn Sie ihn weiterleiten!

Comments

  1. Katharina

    Liebe Frau Gulder,

    hier liegt ja eine unglaubliche Chance für hochsensible Menschen, die in der Regel über ein ausgeprägtes Frühwarnsystem des Körpers verfügen. Wer gelernt hat, auf seinen Körper zu hören, ohne sich verrückt zu machen (das Risiko gibt es leider auch), der wird leichter gesund bleiben und werden als jene Menschen, die die Sprache ihres Körpers nicht wahrnehmen und verstehen.

    Heilung und Träume sind mein Lebensthema. Medizinisch gesehen war ich nie wirklich “gesund”. Inzwischen bin ich allerdings fast 60 Jahre alt und habe erstaunliche Erfahrungen gemacht: Meine nächtlichen Träume haben mich schon mehr als einmal wissen lassen, welches Selbstheilungspotenzial in mir steckt. Sie geben mir zum Teil ganz konkrete Hinweise, was ich zu tun habe: mein Tempo leben (statt das der anderen), mich bewegen, viel trinken. Zur Zeit folge ich meinem Traum, der mich wissen ließ, dass ich mit einer “Diät” vollständig gesund werden kann (was medizinisch angeblich nichr möglich ist). Ich ernähre mich seit einem Jahr vegan und staune nur darüber was an Heilung passiert …

    Ich bin sehr froh, dass ich Ihre Seite heute entdeckt habe. Sie bestätigen in ihren Artikeln so Vieles von dem, was ich im Leben gelernt habe.
    Alles Gute für Sie und Ihre Arbeit!

    Katharina

    • Angelika Gulder

      Liebe Katharina,

      vielen Dank für Ihre offenen Zeilen!
      Es war bestimmt nicht immer leicht, mit Ihrem Lebensthema zurecht zu kommen, doch es klingt, als hätten Sie es gut angenommen und gemeistert!
      Auch ich habe schon Wunder erlebt – bei mir selbst und anderen – doch da darf jeder seinen eigenen Weg finden 🙂
      Auch Ihnen weitere alles Gute!!!

      Ihre Angelika Gulder

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